Wir Menschen verfügen über viele verschiedene Potenziale. Jeder kann etwas besonders gut. Für das selbsttätige aktive Lernen brauchen wir, unabhängig von unserer Herkunft, der Muttersprache, dem Zustand der körperlichen Vitalität oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit, die Chance, auf eine Bildung, die unseren Interessen, Fähigkeiten und Neigungen entspricht.

Für unsere Kinder bilden das Elternhaus und die Grundschule zusammen einen wichtigen sozialen Lebensraum. Sie sind die Basis, von der aus unsere Kinder ihre eigene, individuelle Entwicklung nehmen.

Wir Pädagoginnen und Pädagogen sehen unsere Hauptverantwortung darin, gemeinsam mit den Kindern und den Eltern passende Lernpfade mit verschiedenen Zugängen und Materialien zu eröffnen, um das Lernen effektiv zu begleiten und Entwicklungspotenzial herauszufordern. 

Zu unseren Rahmenbedingungen für das individuelle Lernen:

1. Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) in der Schulanfangsphase (SaPh)

… meint das gemeinsame Lernen der Klassenstufen 1, 2 und 3 in der Regel über einen Zeitraum von 3 Schuljahren in einer Klasse. Unser pädagogisches Team, bestehend aus Klassenleiterin, Erzieherin, Integrationserzieherin und Sonderpädagogin, nehmen eingangs sowie fortlaufend genaue Lernstandsanalysen vor. Darauf basierend erfolgt bereits im Rahmen des Unterrichts eine Binnendifferenzierung der Lernangebote und Fördermaßnahmen. Je nach Bedarf bieten wir zusätzliche Lernangebote in temporären Lerngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Diese Lernförderung erfolgt so lange wie nötig, parallel oder additiv zum Unterricht, in einer Gruppe von 4-6 Kindern. Individuelle Förderpläne dokumentieren hierbei transparent und evaluierend die nächsten Lern- und Entwicklungsschritte. Kinder, die mehr Zeit benötigen, können bis zu 4 Jahre in der SaPh verweilen, ohne dass es auf die Gesamtzahl der Schuljahre angerechnet wird.  Kinder, die schneller lernen, können die 3 Schuljahre in 2 absolvieren.

Lernstandsanalysen

  • regelmäßige Dokumentation des Lernstands während des Unterrichts, Erfassung der bisherigen Entwicklung der Lernanfänger bis zu den Herbstferien durch Beobachtung und mittels der Lernausgangslage Berlin (LauBe), Elterngespräche, ggf. Sprachstandanalyse

Binnendifferenzierung

  • individualisiertes Lernen an gemeinsamen Themen durch zwei bis drei verschiedene Schwierigkeitsgrade der Lern- und Übungsangebote, angepasste Wochenpläne, Arbeit mit Lehrwerken, die ein individuelles Lerntempo ermöglichen, lerntypengerechte Arbeitsplätze und dementsprechendes Anschauungsmaterial

Sonderpädagogisches Beratungsteam

  • regelmäßige Beratung im Team, bestehend aus Schulleitung, Sonderpädagogin,   Integrationserzieherin, Schulsozialarbeiterin und themenorientiert geladenen Gästen, Tagung alle 3 Wochen, Austausch über aktuelle Förder- und Forderbedarfe zur Abwägung aller Ressourcen, Ansprechpartner und nächster Schritte, Weiterleitung der Protokolle der kollegialen Fallberatung an Klassenleitung und Bezugserzieher, Dokumentation im Schülerbogen

Förderschwerpunkte temporärer Lerngruppen („Raketenstunden“)

  • Mathematische Grundlagen (TL Zahlenforscher Kl. 1 und 2): spielerische Vermittlung von Basiskompetenzen, Aufbau, Vertiefung u. Festigung von Rechenstrategien – 1x wöchentlich
  • Rechentraining (RES): Intensivtraining für Kinder mit Rechenschwäche ab Kl.3 – 2x wöchentlich
  • Phonologische Bewusstheit (TL Wortforscher Kl. 1 und 2): spielerische Auseinandersetzung mit Sprache zur Ausformung einer Bewusstheit für die formale Ebene als Basis für Erstlesen und Schreiben – 1x wöchentlich
  • Konzentration/ Handlungssteuerung (TL Konzentration): kleine Spiele, Training, bewusste Auseinandersetzung und Steuerungs- sowie auch Entspannungstechniken für selbstgesteuertes Konzentrieren und Handeln in Schule und Umwelt – 1x wöchentlich
  • Soziale und personale Kompetenzen (TL SK): Verhaltenstraining in der Grundschule „Schatzsuche mit Ferdi“ nach Petermann (1x wöchentlich) – 1x wöchentlich
  • Sprachförderung (SpF): spielerische Auseinandersetzung mit Wortschatz und Grammatik – 1-3 x wöchentlich
  • Fein- und Graphomotorik (TL Handwerkstatt, HW):  fein- und schreibmotorische Spielhandlungen und kleine Bastelarbeiten zur Verinnerlichung der Ziffern- und Buchstabenschreibung – 1x wöchentlichLesen (TL Les): Verbesserung der Lesetechnik durch silbenbasiertes Lesetraining – 1x wöchentlich
  • Wahrnehmungsförderung und Bewegung (TL WuB): spielerische Sinneserfahrungen für Aufbau und Förderung von Körperschema, Gleichgewicht und grobmotorischer Koordination
  • Lernwerkstatt (TL LW): Intensiv-Training in der Kleingruppe zur Befähigung für das Lernen in der großen Klasse, Aufbau von Regeln, Ritualen, Selbstinstruktionen und Selbstreflexion

2. Individuelle Lernangebote in den Klassenstufen 4-6

Für unsere altershomogenen, dennoch sehr heterogenen Klassenverbände bieten wir ein zusätzliches Lernangebot bestehend aus:

  • Training und individuelle Fördermaßnahmen für Kinder mit Lese- und Rechtschreib-schwierigkeiten (RS, LRS)) durch unsere LRS-Beauftragte – 1 oder 2 x wöchentlich
  • unterrichtsbegleitende bzw. additive Sprachförderung (SpF) je nach Bedarfslage
  • Lesepatenschaften in allen Klassenstufen
  • Training und individuelle Fördermaßnahmen für Kinder mit diagnostizierter Teilleistungsstörung in Mathematik (RES) – 1 oder 2 x wöchentlich
  • Lebenspraktisches Lernen (LPL) zur Förderung der Selbstversorgung, Selbständigkeit und Orientierung in unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Verknüpfung von Mathematik-, Deutsch- und Sachunterrichtsthemen mit lebenspraktischem Handeln im Rahmen der Schülerfirma „Kochkids“ – 1 x wöchentlich

3. Kinder mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt

Derzeit lernen bei uns unter anderem Kinder mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Geistige Entwicklung, Lernen, Sprache, Autismus, Hören, körperliche und motorische sowie emotionale und soziale Entwicklung.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern sowie die geregelte Kooperation aller am Lehr- und Lernprozess und der kindgemäßen Entwicklung beteiligten Personen ermöglicht die hier nötige Koordination der Förderangebote.

Im Unterricht und während des Hortnachmittags bieten wir zusätzliche integrative Begleitung an und eröffnen somit den individualisierten Lernweg. Unsere Sonderpädagogin ermittelt die entsprechende Bedarfslage und berät die Kinder, die Erziehungsberechtigten sowie das pädagogische Personal. Schon in der Zeit vor dem Schuleintritt sind wir um eine enge Kooperation mit den Elternhäusern und Kindertagesstätten bemüht. Während der Schullaufbahn pflegen wir engen Kontakt zu Beratungs- und Diagnostiklehrerinnen der Region sowie externen Institutionen in Bezug auf außerschulische Fördermaßnahmen. Kinder mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und Lernen werden nach einem lernzieldifferenten Rahmenlehrplan oder der entsprechenden Niveaustufe des allgemeinen Rahmenlehrplans für das Erreichen des Berufsorientierten Abschluss unterrichtet.

4. Kinder mit besonderen Begabungen

  • Expertentraining (Exp.): Forschungsangebote aus dem mathematischen und naturwissenschaft-lichen Bereich zur Förderung kognitiver Begabungen für die Klassenstufen 1/2 und 3/4
    je 1x wöchentlich
  • Expertenlernwerkstatt in Kooperation mit der Lernwerkstatt Karl-Kunger-Straße: für mathematisch-naturwissenschaftlich begabte Kinder ab Klasse 3
    1 x wöchentlich

5. Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf in der ergänzenden Förderung und Betreuung  (eFöB, Nachmittagsbereich)

  • Aufnahmegespräch, Beratung und Unterstützung der Erziehungsberechtigten bei der Antragstellung eines erhöhten oder wesentlich erhöhten Betreuungsbedarfes durch die Integrationserzieherin
  • Kooperation aller am Entwicklungsprozess des Kindes beteiligten Pädagogen und schul-externer Fachkräfte wie Bezugspersonen in Kindertagesstätte, Logopäden, Schulärzte ect.
  • nach erfolgter Zuordnung des Kindes zum entsprechenden Personenkreis Erstellung eines Förderplans auf Basis einer umfangreichen Beobachtung und Bedarfsermittlung in Zusammenarbeit der Integrationserzieherin mit den Pädagogen
  • fortlaufende Dokumentation durch festgelegte Personen in den Akten
  • Förderangebote je nach Bedarfslage, z.B. Einzelförderung im Rahmen von Unterrichts-begleitung und / oder am Nachmittag als teils offene Kleingruppe (Wahrnehmungsspiele, Schulung der Bewegungsvielfalt, Stärkung des Selbstbewusstseins, Unterstützung der sozialen Interaktion, Förderung der Planungs- und Handlungssteuerung …)
  • Motivation zur Teilnahme an offenen regelmäßigen Angeboten des eFöB wie die Holzwerkstatt, die Keramikwerkstatt, das Kochen mit Kindern, die vielfältigen Entspannungs-angebote oder auch die waldpädagogischen und kreativen Freizeitaktivitäten
  • halbjährliche Evaluation der Förderpläne mit allen beteiligten Pädagogen
  • regelmäßige und bedarfsorientierte Entwicklungsgespräche, Beratung und Unterstützung der Erziehungsberechtigten

6. Förderung sozialer Kompetenzen

Nicht nur für Kinder mit diesem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt, sondern im Rahmen des allgemein friedlichen, gewaltfreien und demokratischen Zusammenlebens greifen vier an unserer Schule etablierte Systeme:

  • Unsere goldenen Regeln und die Klassenregeln
  • Unsere Konfliktlotsen und unsere Pausenengel
  • Unseren Spielzeugverleih durch die Älteren in den Hofpausen
  • Unser offener Ganztagsbetrieb mit schönen Funktionsräumen und AGs

7. Förderung der Lesekompetenz

Neben dem Lernansatz, selbsttätig und aktiv das Lesen durch das Schreiben beginnend zu erlernen, haben wir uns entschieden, weitere leseförderliche Lernangebote in unser Schulprogramm aufzunehmen. Dazu gehören unter anderem:

  • In Klasse 1: Einführung der Buchstaben wie Fibel-Lehrgang mit festgesetzter Reihenfolge parallel zum Konzept von Reichen „Lesen durch Schreiben“
  • Kurze Lesetexte, alternativ mit Silbentrennung nach Mildenberger bzw. Lesetraining wie Silben- und Tabellen-Lesen in Anlehnung an Intra-Act (Jansen/Streit)
  • Im Deutschunterricht fest eingeplante Lesezeiten mit Nutzung unserer Schulbibliothek
  • Kooperation und Einbindung von Lesepaten in allen Klassenstufen
  • In Klasse 3 und 4 Stolper-Wörter-Lesetest v. Winfried Metzel im Januar / Februar
  • Leseförderung durch regelmäßiges Training in Lesetandems bestehend aus Sportler und Trainer mit dem Schwerpunkt der Leseflüssigkeit in Klasse 3 und 4 und der Lesestrategien in Klasse 5 und 6 (hier Training mit Ganzschrift oder Sachtexten aus dem Ordner „Leseflüssig-keitstraining für Klasse 4-8“)
  • Buchvorstellungen zum Beispiel unter Einbezug des Antolin-Programms
  • Vorlese-Wettbewerb in Klasse 6 im Nov./ Dez. mit einer Bewertung durch die Fünftklässler